Die Klosterkirche
Das Zisterzienserkloster Lehnin ist das älteste der Mark Brandenburg. Es wurde 1180 von Markgraf Otto I. von Brandenburg gegründet. Nachdem Einzug eines Konvents aus dem Zisterzienserkloster Sittichenbach wurde die Klosteranlage bis etwa 1260 errichtet.
Die Klosterkirche Lehnin ist ein hervorragendes Beispiel früher norddeutscher Backsteinarchitektur. An den in romanischen Bauformen errichteten Ostteil mit Chor, Chorhaus und einem Langhausjoch schließt sich der Westteil im Stil der Frühgotik an.
Im Zuge der Einführung der Reformation in Brandenburg wurde auch das Kloster Lehnin 1542 säkularisiert. Der Klosterbesitz fiel an den Kurfürsten und die umliegenden Flächen und Wirtschaftsgebäude wurden zu einem kurfürstlichen, später königlichen Domänegut ausgebaut.
Während des 30-jährigen Krieges sind zahlreiche Klöster in der Mark verwüstet worden. Auch das Lehniner Kloster und die umliegenden Ortschaften erlebten mehrfach Plünderungen und Brandschatzungen.
Im 17. Jahrhundert entwickelte sich in Lehnin ein bescheidenes höfisches Leben. Der Große Kurfürst hatte das bereits verfallene Konversengebäude zu einem Jagdschloss ausgebaut. Seine erste Gemahlin, Kurfürstin Luise-Henriette von Oranien hielt sich mit Vorliebe auf ihrem Sommersitz Lehnin auf.
Nachdem im 18. jahrhundert nicht nur die Klausur und der Kreuzgang sondern auch große Teile der Klosterkirche verfallen und abgetragen waren, richtete sich Mitte des 19. Jahrhunderts wieder das Interesse auf das Kloster Lehnin.
So wurde die Klosterkirche in den Jahren 1871-77 wiederaufgebaut. Sie stellt sich damit heute als frühes Meisterstück der modernen Denkmalpflege dar. Die schlichte Architektursprache der Zisterzienser kann so wieder erlebt werden.
Seit 1911 befindet sich auf dem ehemaligen Klostergelände das Luise-Henrietten-Stift, eine diakonische Einrichtung der Landeskirche Berlin-Brandenburg. Die Klosterkirche wird von der Evangelischen St. Marien-Klosterkirchengemeinde als Gemeindekirche genutzt.
Das
ehemalige Zisterzienserkloster Lehnin bildet einen touristischen Höhepunkt
zwischen Potsdam und Brandenburg. Viele tausend Besucher im Jahr genießen
die Ruhe des Ortes. Es gibt wohl kaum jemanden, dem sich beim Verweilen in den
altehrwürdigen Gemäuern nicht eine Ahnung von der
reichen Geschichte des Ortes einstellt.
Die "Lehniner Sommermusiken" sind bereits zu einer Tradition geworden und werden stets gut besucht.



