Die Historie der Klosterkirche

4. April 1180

Markgraf Otto I. von Brandenburg wendet sich an das Zisterzienserkloster Sittichenbach bei Eisleben mit der Bitte, ihm ein Konvent für eine neue Klostergründung zu überlassen: das Marienkloster zu Lehnin. Diese Neugründung wird 1192 vom Generalkapitel des Zisterzienserordens in Citeaux formell bestätigt.

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5. April 1183

Ein Konvent aus dem Zisterzienser-Kloster Sittichenbach bei Eisleben zieht in Lehnin ein. Das Kloster Lehnin ist die erste Gründung des Zisterzienserordens in der Mark Brandenburg und wird recht bald zum Hauskloster und Begräbnisstätte der askanischen Markgrafen.

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Ende des 12. Jahrhunderts

Man beginnt mit einem repräsentativen Kirchenbau, einer langgestreckten Basilika mit Querschiff und Nebenchören, der die bisherige Notkirche des Klosters ersetzt.

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Um 1220

Die Bauarbeiten an den Ostteilen der Kirche sind abgeschlossen, sie wird in gottesdienstlichen Gebrauch genommen. Gleichzeitig entsteht der Ostflügel der Klausur.

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Das Jahr 1234

Die erste Tochtergründung, das Kloster Paradies bei Meseritz (heute in Polen gelegen) wird mit einem Konvent aus Lehnin besetzt.

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Das Jahr 1257

Gründung des Klosters Mariensee durch das Mutterkloster Lehnin. Das zweite Tochterkloster zuerst auf einer Insel im Parsteiner See angesiedelt, wird 1273 nach Chorin verlegt.

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Um 1260

Die gesamte Klosteranlage in Lehnin ist im Wesentlichen vollendet. Südlich der Kirche liegt der Klosterhof, nordöstlich ist der Wirtschaftshof angelegt. Eine Klostermauer bildet den Abschluß des Klosterareals. Den Wegübergang an der westlichen Klostergrenze sichert ein Wehrturm. An der Ostseite der Mauer werden eine Klosterpforte, ein Pförtnerhaus und eine Torkapelle errichtet.

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4. Juni 1262

Nach der Fertigstellung der Westteile der Kirche wird das Gotteshaus vom Erzbischof von Magdeburg und vom Bischof von Havelberg nach mehr als 60-jähriger Bauzeit feierlich eingeweiht.

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Das Jahr 1299

Das Kloster Himmelpfort als dritte Gründung wird von Zisterzienser-Mönchen aus Lehnin bezogen.

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Das Jahr 1319

Tod des Markgrafen Waldemar, des letzten Herrschers aus dem Geschlecht der Askanier. Die Zeit Lehnins als Hauskloster der ottonischen Askanier ist damit beendet. Die Abtei verliert die wichtigste Quelle ihres Gütererwerbs.

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14. Jahrhundert

Lehnin wird durch langjährige, bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts andauernde Fehden mit den Angehörigen des märkischen Adels in Mitleidenschaft gezogen, besonders im Kampf gegen die Quitzows und Rochows, die oftmals in ihren Raubzügen das Kloster und die Klosterdörfer plündern.

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15. Jahrhundert

Seit dem Anfang des 15. Jahrhunderts spielt das Kloster Lehnin wieder eine bedeutende politische Rolle in der Mark. Auf dem Klostergelände erblüht aufs Neue eine rege Bautätigkeit.

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Ab Mitte des 15. Jahrhundert

Nach der Beisetzung von Friedrich dem Fetten, Mitregenten Friedrichs II. (1463), in der Klosterkirche gewinnt das Kloster erneut an Bedeutung. Das Kloster Lehnin bleibt bis zu seiner Auflösung Grablege der Hohenzollern-Dynastie. Im Zisterzienserorden besitzt das Lehniner Kloster ein hohes Ansehen als Stätte kirchlicher Gelehrsamkeit. In ihrem Kampf gegen die Reformation bedienen sich der Bischof von Brandenburg und der letzte katholische Kurfürst Joachim I. der Dienste des Lehniner Abtes.

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1509 - 1542

Unter dem letzten Abt Valentin erlebt das Kloster kurz vor seiner Auflösung noch einmal einen Aufschwung. Diese Glanzzeit endet 1535 mit dem Tod des Kurfürsten Joachim I.

Mit dem Regierungsantritt Joachims II. wird das Kloster Lehnin unmittelbar einer Kirchenvisitation unterworfen und unter Kuratel gestellt.

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Das Jahr 1536

Kurfürst Joachim II. läßt die Särge von drei Hohenzollernfürsten - Friedrich des Eisernen, Johann Ciceros und Joachims I. - aus der Klosterkirche zu Lehnin in den Berliner Dom überführen. Damit beginnt der Untergang des Klosters.

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Das Jahr 1539

Kurfürst Joachim II. führt die Reformation in der Mark Brandenburg ein. Bis auf wenige Ausnahmen werden alle Klöster säkularisiert, die Klostergüter und das Klostervermögen gehen dabei in landesherrlichen Besitz über.

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Das Jahr 1542

Nach dem Tod des Abtes Valentin verbietet Kurfürst Joachim II. wegen der geringen Zahl der Ordensbrüder eine neue Abtswahl. Ein Amtmann tritt in die Rechte des Abtes, das Klosterareal wird zu einem kurfürstlichen, später königlichen Domänenamt ausgebaut und bis 1811 als solches genutzt. Der Klosterhof wird allmählich in einen Amtshof umgewandelt.

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Das Jahr 1543

Die letzten 15 Mönche verlassen das Kloster Lehnin und finden Aufnahme in den umliegenden Klosterhöfen. Das Kloster Lehnin wird endgüültig aufgelöst.

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1618-1648

Während des Dreißigjährigen Krieges wird das ehemalige Kloster Lehnin wie zahlreiche andere aufgelöste Klöster in der Mark stark verwüstet. Auch die umliegenden Dörfer werden mehrfach ausgeplündert und gebrandschatzt. Manche der Abteien in Brandenburg werden bis auf die Grundmauern zerstört.

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17. bis 18. Jahrhundert

Nach seinem Machtantritt (1640) läßt der Große Kurfürst Mitte des 17. Jahrhunderts den Westflügel der Klausur in der ehemaligen Lehniner Klosteranlage zu einem Jagdschloß umbauen. Zu diesem Zweck werden die vorhandenen mittelalterlichen Gebäude baulich stark verändert. Bei seinen Aufenthalten in Lehnin wird er von seiner ersten Gemahlin, Luise-Henriette von Oranien, begleitet.

In dieser Zeit entsteht durch die Ansiedlung von flämischen und französischen Kolonisten und in den späteren Jahrzehnten aus der Schweiz der Ort Lehnin. Während der Regierungszeit König Friedrich Wilhelm I. (1713 - 1740) verfällt das kurfürstliche Jagdschloß in Lehnin allmählich.

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bleiben mehrere Gebäude des ehemaligen Klosters ohne Nutzung und verfallen.

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Das Jahr 1811

Das königliche Amt Lehnin geht in Privatbesitz über. Zum Anfang des 19. Jahrhunderts ist auch die Klosterkirche eine Ruine - teils verfallen, teils abgerissen. Nur der Ostteil des Kirchengebäudes bleibt erhalten und kann von der inzwischen entstandenen Kirchengemeinde in Lehnin für Gottesdienste genutzt werden.

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Mitte des 19. Jahrhunderts

In der Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitet sich das öffentliche Interesse für die "Denkmale der Vorzeiten". Die Lehniner Kirchenruine wird seit 1859 gründlich erforscht und untersucht, es werden Pläne für ihre Wiederherstellung erarbeitet.

Theodor Fontane besucht im Herbst 1863 auch das ehemalige Kloster Lehnin und schreibt darüber ausführlich in mehreren Kapiteln seines Buches "Wanderungen durch die Mark Brandenburg".

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1871-1877

Die Klosterkirche wird mit großem Aufwand nach historischen Vorlagen rekonstruiert. Am 24. Juni 1877 wird das wieder aufgebaute Gotteshaus in Anwesenheit eines Mitgliedes der Hohenzollernfamilie neu geweiht.

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8. Juli 1911

Die Märkische Provinzialkirche erwirbt das ehemalige Klostergut einschließlich der 26 ha dazugehörigen Geländes von seinem letzten Besitzer, Kommerzienrat Abel, und richtet in den vorhandenen Gebäuden ein Diakonissenmutterhaus mit dem Namen "Luise-Henrietten-Stift" ein.

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